Die Alarmierung - Alles Bereitschaft, oder was?
„Hallo, lange nicht gesehen!“, wurde ich neulich von einem Bekannten an einer Tankstelle begrüßt. Als er die Frage, „Hast du über Ostern etwa Bereitschaft? Was machst du nur mit dem ganzen Geld?“, stellte, stutze ich zwar kurz, bemerkte aber, dass er gerade den „Piepser“ an meinem Gürtel musterte.
Da solche Missverständnisse nicht selten vorkommen, soll an dieser Stelle einmal die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Lindlar beschrieben werden:
- Das kennt natürlich jeder: Man sieht ein Feuer, einen Unfall oder ähnliches und wählt die 112, den Notruf. Dieser wird dann von einem Mitarbeiter der Kreisleitstelle in Kotthausen entgegengenommen.
- Nachdem der Leitstellendisponent alle Information hat, die er benötigt, wird die Feuerwehr und / oder der Rettungsdienst alarmiert.
- Doch was passiert jetzt? Wir Lindlarer sind keine Berufsfeuerwehr, also warten wir nicht im Gerätehaus auf den nächsten Einsatz, sondern sind in der Firma, zu Hause, bei Freunden oder im Urlaub. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird die Sirene aktiviert und jeder Feuerwehrmann, der sie hört, weiß, dass er zum Gerätehaus kommen muss oder die Piepser der betroffenen Gruppen und Züge werden ausgelöst. Der Piepser ist ein kleiner Funkempfänger, den (mittlerweile) jedes Mitglied der Feuerwehr Lindlar besitzt. Das kleine Gerät lauscht ständig am Funk und wartet auf ein bestimmtes Signal, um auszulösen. Wenn das passiert, macht es selber erst einmal ordentlich Krach und schaltet dann seinen Lautsprecher ein, damit der Feuerwehrmann/die Feuerwehrfrau hören kann, warum die Leitstelle einen Alarm ausgelöst hat.
- Was jetzt? Wenn ich gerade im Garten liege, schnappe ich mir natürlich meinen Autoschlüssel und fahre zum Gerätehaus. Wenn ich gerade im Bett liege und schlafe (zum Glück macht der Piepser soviel Krach) tue ich das zwar auch, aber es wird mir wesentlich schwerer fallen. Bin ich aber gerade auf einer Feier und habe evtl. sogar schon etwas getrunken, dann wurde zwar gerade meine Neugierde befriedigt aber auf einen Einsatz kann ich dann auch nicht mehr fahren. Natürlich kann es auch sein, dass ich gerade in Köln arbeite, wo der Piepser gar keinen Funk aus Kotthausen empfängt oder dass ich weit weg im Urlaub bin und der Piepser zu Hause bleiben musste. Sollte ein Kamerad aus einem dieser Gründe ausfallen, ist das nicht weiter tragisch, da die einzelnen Gruppen und Züge in der Regel doppelt soviel Personal wie Sitzplätze in den Autos haben, um genau diese Fälle abzufangen.
Was heißt das jetzt genau?
- Jeder Feuerwehrmann ist immer in Bereitschaft, wenn er denn persönlich und technisch dazu in der Lage ist.
- Wenn der Einsatz losgeht, weiß kein Gruppen- oder Zugführer, wie viele Leute tatsächlich und in welcher Zeit kommen werden. Er muss sich einfach auf seine Kameraden verlassen.
- Und zu der Aussage von meinem Bekannten zum Thema Geld: Unsere Dauer-Bereitschaft ist die Kernaufgabe unseres Ehrenamtes und damit – so wie alles andere – völlig gratis, aber hoffentlich niemals umsonst.
Beispiele für Alarmierungstöne
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